Pilz am Baumstamm und andere Baumkrankheiten: Wann es gefährlich wird

Von Alexander Kobelt · zuerst veröffentlicht am 03.12.2024 · aktualisiert am 01.10.2026

Kurz gesagt: Ein Pilz am Baumstamm wird gefährlich, wenn er am Stammfuß, an den Wurzelanläufen oder an großen Ästen sitzt und das Holz zersetzt. Wie weit die Fäule reicht, ist von außen nicht zu sehen. Steht der Baum an einem Weg, einer Straße, einem Spielplatz oder am Haus, lassen Sie ihn kontrollieren.

Warum die frühzeitige Erkennung von Baumkrankheiten wichtig ist

Eine frühzeitige Erkennung von Baumkrankheiten ist daher essenziell, um rechtzeitig geeignete Maßnahmen ergreifen zu können. Dieser Beitrag zeigt, woran Sie Baumkrankheiten und Pilz am Baumstamm erkennen, wann es für die Sicherheit gefährlich wird und wann eine Kontrolle oder ein Gutachten nötig ist.

Pilz am Baumstamm: Wann wird es gefährlich?

Gefährlich wird ein Pilz am Baumstamm vor allem dann, wenn er am Stammfuß, an den Wurzelanläufen oder an großen Ästen sitzt und das Holz zersetzt. Was Sie sehen, ist nur der Fruchtkörper. Das Pilzgeflecht arbeitet oft schon länger im Holz, und wie viel davon zersetzt ist, lässt sich von außen nicht ablesen.

Nicht jeder Pilz ist ein Alarmzeichen. Manche wachsen nur auf abgestorbenem Holz, andere schwächen den Baum kaum. Nehmen Sie einen Pilz am Stamm trotzdem ernst, wenn der Baum an einem Weg, einer Straße, einem Spielplatz oder am Haus steht. Besonders aufmerksam sollten Sie sein, wenn

  • Fruchtkörper am Stammfuß oder an den Wurzelanläufen wachsen,
  • der Baum zusätzlich Risse, Höhlungen oder eine neue Schiefstellung zeigt,
  • die Krone lichter wird oder viel Totholz trägt,
  • sich der Boden am Stammfuß hebt.

Häufige Symptome von Baumkrankheiten: Warnsignale erkennen

Bäume zeigen oft deutlich sichtbare Anzeichen, wenn sie krank oder geschwächt sind. Zu den häufigsten Symptomen zählen Veränderungen an Blättern und Rinde. Achten Sie beispielsweise auf Vergilbungen, vorzeitigen Blattfall oder unregelmäßige Verfärbungen, die auf eine gestörte Nährstoffversorgung hindeuten können.

Auch Rindenschäden sind ein Warnsignal: Risse, Abplatzungen oder Harzaustritte können auf eine Infektion oder Pilzbefall hinweisen. Diese Veränderungen beeinträchtigen oft die Stabilität des Baumes und erhöhen das Risiko, dass der Baum bei starkem Wind Schaden nimmt.

Ein weiteres Symptom sind Wuchsanomalien, etwa abgestorbene Äste oder ungleichmäßiges Wachstum. Besonders alarmierend ist das Auftreten von Pilzfruchtkörpern an der Rinde oder im Wurzelbereich. Diese deuten oft darauf hin, dass die Stabilität des Baumes bereits beeinträchtigt ist.

Eine Baumkontrolle hilft, solche Warnsignale früh einzuordnen und rechtzeitig zu handeln.

Pilzbefall am Baum: Lackporling, Hallimasch und Brandkrustenpilz

Pilzbefall gehört zu den häufigsten Ursachen für Baumkrankheiten. Der Hallimasch und der Lackporling sind besonders verbreitete Arten, die erhebliche Schäden anrichten können. Der Hallimasch greift Wurzeln und Stammbasis an, was zu einer allmählichen Zersetzung des Holzes führt. Typische Anzeichen sind Wurzelstockfäule und das Auftreten von Pilzfruchtkörpern im Bereich des Stammfußes.

Hallimasch am Baum erkennen

Hallimasch erkennen Sie im Herbst an honiggelben bis bräunlichen Pilzen, die in Büscheln am Stammfuß wachsen. Unter der Rinde zeigt er sich als weißer, fächerförmiger Belag, im Boden bildet er schwarze, schnurartige Stränge. Weil der Hallimasch Wurzeln und Stammfuß zersetzt, leidet die Standsicherheit – oft lange, bevor die Krone Schwäche zeigt.

Der Lackporling hingegen verursacht Fäulnis im Inneren des Stammes. Außen bleibt der Baum oft unauffällig, bis die Stabilität bereits erheblich beeinträchtigt ist.

Brandkrustenpilz: unscheinbar, aber ernst zu nehmen

Der Brandkrustenpilz (Kretzschmaria deusta) gehört zu den Pilzen, die bei Baumkontrollen besonders ernst genommen werden. Er befällt vor allem Laubbäume wie Linde, Buche und Ahorn und sitzt meist am Stammfuß oder an den Wurzelanläufen. Seine Fruchtkörper sind leicht zu übersehen: Im Frühjahr zeigen sie sich als flache, grauweiße Beläge, später als schwarze, krustige Schicht, die wie verkohlt aussieht. Daher der Name.

Der Pilz verursacht eine Moderfäule, das Holz wird spröde. Ein befallener Baum kann am Stammfuß abbrechen, ohne dass sich das vorher deutlich ankündigt – auch wenn die Krone noch grün aussieht. Entdecken Sie schwarze Krusten am Stammfuß eines größeren Baumes, lassen Sie ihn bald kontrollieren. Ob er noch sicher steht, lässt sich nur vor Ort beurteilen, oft erst mit einer eingehenden Untersuchung.

Einen holzzersetzenden Pilz, der schon im Holz sitzt, kann man in aller Regel nicht mehr aus dem Baum entfernen. Entscheidend ist deshalb, wie viel tragfähiges Holz noch da ist. Das klärt die Baumkontrolle und, wenn Zweifel bleiben, eine eingehende Untersuchung.

Das Eschentriebsterben: Eine Bedrohung für heimische Wälder

Das Eschentriebsterben ist eine der gravierendsten Baumkrankheiten der letzten Jahre. Verursacht wird diese Krankheit durch den eingeschleppten Pilz Hymenoscyphus fraxineus. Die Sporen des Pilzes infizieren die Blätter der Esche und breiten sich von dort in die Triebe und Äste aus.

Typische Symptome sind absterbende Triebe, dunkle Verfärbungen an den Triebspitzen und der Verlust von Blattwerk. Im fortgeschrittenen Stadium führt die Krankheit zum Absterben ganzer Bäume.

In Deutschland sind bereits große Teile des Eschenbestandes betroffen. Vorbeugende Maßnahmen wie die Auswahl resistenter Sorten und regelmäßige Kontrollen der Bestände sind daher entscheidend, um den Verlust der Eschen zu verlangsamen.

Kastanienminiermotte und andere Schädlinge: Kleiner Schädling, große Wirkung

Nicht nur Krankheiten, sondern auch Schädlinge wie die Kastanienminiermotte können erhebliche Schäden anrichten. Dieser invasive Schädling legt seine Eier auf den Blättern von Kastanien ab. Die Larven fressen sich durch das Blattgewebe, was zu verfrühtem Blattfall und einem geschwächten Baumzustand führt.

Auch andere Schädlinge, wie der Borkenkäfer, stellen eine Gefahr dar. Sie bohren sich in die Rinde und legen dort ihre Brut an. Die Folge sind Schäden am Leitgewebe des Baumes, die dessen Wasserversorgung stören.

Schutzmaßnahmen umfassen den Einsatz von Pheromonfallen, die biologische Schädlingsbekämpfung und die Förderung natürlicher Feinde der Schädlinge. Eine frühzeitige Erkennung durch regelmäßige Kontrollen ist auch hier von entscheidender Bedeutung.

 

Vorbeugen und kontrollieren: So schützen Sie Ihre Bäume

Den ersten Blick können Sie selbst übernehmen: Private Eigentümer dürfen ihre Bäume selbst kontrollieren. Bei Zweifeln – etwa bei Pilz am Stammfuß – hilft eine fachkundige Baumkontrolle.

Die Baumkontrolle ist eine Sichtkontrolle vom Boden aus. Bleiben danach Zweifel, empfehlen wir eine eingehende Untersuchung, bei der wir bei Bedarf Messungen veranlassen: Schalltomographie (zeigt Hohlräume) oder Bohrwiderstandsmessung (zeigt die Festigkeit des Holzes). Beide Verfahren belasten den Baum kaum.

Vorbeugen können Sie selbst: mit einem passenden Standort, Wasser in Trockenzeiten und einem Wurzelbereich, der nicht verdichtet oder aufgegraben wird. Kleine Maßnahmen wie das Entfernen von Totholz oder die Vermeidung von Bodenverdichtung rund um den Baum tragen dazu bei, Krankheiten vorzubeugen.

Pilzbefall am Baum: Wann Kontrolle, wann Gutachten?

Der erste Schritt ist die Baumkontrolle: Wir sehen uns den Baum vom Boden aus an, ordnen den Pilz ein und halten im Protokoll fest, was zu tun ist. Sie kostet 119 € je Baum inkl. MwSt. (100 € netto), dazu kommt die Anfahrt mit 41,65 € inkl. MwSt. (35 € netto) – mehr unter Was kostet eine Baumkontrolle?

Ein Baumgutachten – also eine eingehende Untersuchung – ist erst nötig, wenn nach der Kontrolle Zweifel an der Standsicherheit bleiben. Das kommt bei holzzersetzenden Pilzen am Stammfuß vor. Dann empfehlen wir es Ihnen und machen auf Wunsch ein Angebot; abgerechnet wird nach Aufwand. Muss ein geschützter Baum weg, liefert unser Protokoll die fachliche Begründung für die Stadt.

Gemeinsam für gesunde Bäume

Bäume sind ein wertvoller Teil unserer Umwelt und verdienen unseren Schutz. Regelmäßige Kontrollen und ein wachsames Auge können dazu beitragen, Baumkrankheiten frühzeitig zu erkennen und die Gesundheit der Bäume zu erhalten.

Wer seine Bäume im Blick behält, schützt Natur und Menschen zugleich. Sie haben einen Pilz am Baumstamm entdeckt und sind unsicher? Rufen Sie uns an unter 0351 27046430, schreiben Sie uns per WhatsApp oder nutzen Sie unser Kontaktformular. Wir sind Montag bis Freitag von 7 bis 18 Uhr für Sie da.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Baumkrankheiten und Baumkontrolle

Nein, aber jeder Pilz am Stamm ist ein Grund, genauer hinzusehen. Gefährlich sind vor allem holzzersetzende Pilze am Stammfuß, an den Wurzelanläufen oder an großen Ästen, weil sie die Standsicherheit oder die Bruchsicherheit mindern.

Lassen Sie den Baum bald kontrollieren, vor allem wenn er an einem Weg, einer Straße oder am Haus steht. Der Brandkrustenpilz macht das Holz spröde, ein befallener Baum kann ohne deutliche Vorwarnung am Stammfuß brechen.

Einen holzzersetzenden Pilz, der schon im Holz sitzt, kann man in aller Regel nicht mehr entfernen. Entscheidend ist, wie viel tragfähiges Holz noch da ist – das klärt die Kontrolle und, wenn nötig, eine eingehende Untersuchung.

An honiggelben bis bräunlichen Pilzbüscheln am Stammfuß im Herbst, an weißen, fächerförmigen Belägen unter der Rinde und an schwarzen, schnurartigen Strängen im Boden.